LinkedIn und Google Ads im Mai 2026: Drei Neuerungen, die Ihr Budget betreffen
LinkedIn ermöglicht erstmals Werbung für externe Events — und Google verabschiedet Dynamic Search Ads zugunsten von KI-gesteuerten Kampagnen. Für Marketingteams im Mittelstand bedeutet das: Jetzt handeln, bevor der Übergang erzwungen wird.
LinkedIn Off-Platform Event Ads: Endlich externe Events bewerben
Seit Ende April 2026 rollt LinkedIn ein lang erwartetes Format aus: Off-Platform Event Ads. Das Prinzip ist einfach, die Konsequenz erheblich. Wer bislang ein Webinar, eine Roadshow oder eine Hybrid-Veranstaltung auf einer externen Plattform ausrichtete — Zoom, Eventbrite, eine eigene Landing Page — musste auf LinkedIns Eventfunktion verzichten oder mit umständlichen Workarounds arbeiten. Das ändert sich jetzt.
Werbetreibende geben beim Anlegen der Anzeige lediglich die externe Event-URL an, fügen Datum, Uhrzeit, Eventtyp und Bildmaterial hinzu — und können die Kampagne anschließend mit allen klassischen LinkedIn-Targeting-Optionen ausspielen: Branche, Jobfunktion, Unternehmensgröße, Senioritätslevel. Klicks führen direkt auf die externe Zielseite. Registrierungsdaten und Conversion-Tracking bleiben in der eigenen Infrastruktur.
Für Mittelstandsunternehmen mit regelmäßigen Kundenverstaltungen, Fachmessen oder digitalen Formaten ist das keine kosmetische Änderung. LinkedIn ist für B2B-Ansprache nach wie vor ohne ernsthafte Alternative — und bisher war genau diese Brücke zwischen LinkedIn-Reichweite und eigenem Event-Ökosystem das fehlende Glied. Das Format unterstützt die Kampagnenziele Awareness, Engagement, Website-Traffic und Lead-Generierung. Der globale Rollout war laut LinkedIn bis zum 6. Mai abgeschlossen.
LinkedIn Campaign Manager: KI-Automatisierung für die Anzeigenerstellung
Neben dem neuen Eventformat hat LinkedIn zwei weitere Funktionen für kleinere und mittlere Werbetreibende eingeführt: Auto-Targeting und Draft with AI.
Auto-Targeting analysiert vorhandene Signale — Website-URLs, Conversion-Listen, Zielgruppen nach Branche oder Jobfunktion — und optimiert daraus automatisch eine Zielgruppe. Der Algorithmus nutzt LinkedIns Profildaten, um ähnliche Nutzer einzuschließen, die manuell schwer zu erfassen wären. Das ist kein Ersatz für durchdachtes Targeting, aber eine sinnvolle Unterstützung für Teams, die nicht täglich in Campaign Manager arbeiten.
Draft with AI geht einen Schritt weiter: Das Tool generiert Anzeigentexte, Überschriften und Bildvorschläge aus vorhandenem Material — eigene Assets, Shutterstock-Bibliothek oder KI-Generierung. Laut LinkedIn-eigenen Daten erhöht sich die Klickrate, wenn eine Kampagne fünf oder mehr Anzeigenvarianten enthält. Die KI-Funktion soll genau diesen Aufwand reduzieren. Zu beachten: Diese Angabe stammt von LinkedIn selbst und sollte mit eigenem Testen validiert werden.
Praktische Einschätzung: Beide Funktionen sind für Teams gedacht, die schnell Ergebnisse brauchen und keine dedizierten Paid-Social-Spezialisten im Haus haben. Als Einstiegshilfe taugen sie — als Ersatz für strategische Kampagnenplanung nicht.
Google AI Max: Dynamic Search Ads laufen aus — was das bedeutet
Google hat im April angekündigt, Dynamic Search Ads (DSA) durch das KI-gesteuerte Format AI Max for Search Campaigns zu ersetzen. Ab September 2026 werden bestehende DSA-Kampagnen automatisch migriert. Wer nicht selbst aktiv wird, wird von Google umgestellt — mit allen Konsequenzen für Targeting, Anzeigentexte und Landing-Page-Aussteuerung.
AI Max kombiniert drei Funktionen: erweiterte Search-Term-Matching-Optionen, automatisierte Textanpassung je nach Suchanfrage und Final URL Expansion, also die dynamische Weiterleitung zu thematisch passenden Unterseiten statt nur zur Hauptdomain. Neu hinzugekommen ist der sogenannte AI Brief — ein Gemini-gesteuertes Eingabefeld, in dem Werbetreibende in natürlicher Sprache beschreiben können, welche Messaging-Prioritäten, Zielgruppen und Matching-Regeln gelten sollen. Google positioniert das als direktere Steuerungsmöglichkeit gegenüber dem Algorithmus.
Google selbst kommuniziert eine Verbesserung von durchschnittlich sieben Prozent mehr Conversions bei ähnlichem CPA oder ROAS — ein Wert, der aus dem eigenen Haus stammt und entsprechend mit Vorsicht zu lesen ist. Was unabhängig davon stimmt: Wer Dynamic Search Ads aktiv einsetzt, sollte die Migration nicht dem Automatismus überlassen. Die Übergabe ohne eigene Vorbereitung — also ohne definierte Ausschlusslisten, klar strukturierte AI-Brief-Eingaben und getestete URL-Expansion-Einstellungen — erhöht das Risiko unkontrollierter Ausgaben und irrelevanter Anzeigenaussteuerung.
Die Handlungsempfehlung ist klar: Vor September prüfen, welche DSA-Kampagnen aktiv laufen, die Migration manuell vorbereiten und AI Max zunächst parallel zu bestehenden Kampagnen testen.
Fazit
Für Marketingteams im Mittelstand verdichten sich drei konkrete Handlungsfelder: LinkedIn Off-Platform Event Ads bieten eine direkte Möglichkeit, Veranstaltungsmarketing mit professionellem B2B-Targeting zu verbinden — das lohnt sich zu testen, sobald das nächste Event in der Pipeline ist. Die neuen KI-Funktionen im Campaign Manager sind hilfreiche Beschleuniger, kein strategischer Ersatz. Und die DSA-Migration bei Google ist kein optionales Update, sondern eine bevorstehende Zwangsumstellung: Wer im Herbst nicht von Überraschungen geplagt werden will, fängt jetzt mit der Vorbereitung an.
QUELLEN
- LinkedIn Enables Marketers To Run Promotions For Off-Platform Events – MediaPost, 30.04.2026
- LinkedIn expands Event Ads beyond its own platform – Search Engine Land, 2026
- LinkedIn Adds More Ad Automation Options for SMBs – Social Media Today, 2026
- Google's Dynamic Search Ads are upgrading to AI Max – Google Blog, 2026
- Steer performance with new AI Max features – Google Blog, 2026
- Google Replacing Dynamic Search Ads With 'AI Max' – MediaPost, 15.04.2026
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